Dienstag, 26. April 2016

Ich und anderer Müll

Eigentlich bin ich ganz froh dass dieser Blog so wenig Aufrufe hat. Denn eigentlich finde ich meine Gedanken viel zu kläglich um sie irgendwem mitteilen zu wollen. Aber ein bisschen mehr Spaß macht ein Blog schon als ein Tagebuch. Hier also meine Begründung warum ich immer noch manchmal hierher komme und mir etwas Luft mache.

Situation ist schlecht. Sehr schlecht. Ganz ehrlich, mein Gewicht beträgt wohl 70 Kg oder sogar mehr, keine Ahnung, meine 2 Waagen spinnen beide. Je länger ich hier bin und mein Studium weiter verfolge, desto tiefer rutsche ich. Ich habe absolut keine Selbstachtung mehr, nach einer kurzen Phase von SSV (einfach so lächerlich sowas) kam dann die totale Gleichgültigkeit.

 Ich weiss nicht wie ein Mensch zu sowas sinken kann aber mein lieblings Hobby ist Essen. Es scheint mir nichts anderes mehr Entspannung oder Glücksgefühle mehr zu geben. Das hatte ich ja früher auch aber lately haben sich die "Ausgleichmaßnamen" nicht gerade gehäuft. Sobald mein Uni Tag zu ende ist marschiere ich sofort in den Supermarkt und wenn ich dagegen ankämpfen will dann kriege ich gleich so eine Panik. Ja ich bin froh dass das hier niemand liest.

Zu Hause habe ich gar kein Essen mehr gelagert, aber mein Wille ist so schwach, wenn mein Gehirn plötzlich diese Signale aussendet dann muss ich sofort zum nächsten 24h open Laden rennen. Ich halte es noch nicht mal einen Tag aus einfach mal zu fasten oder so wie ich es früher gemacht habe.

Irgendwann am Tag kommt bei mir das Gefühl von unbeschreiblicher Leere und Verzweiflung auf. Jeden Tag das selbe. Und um das eben sehr schnell loszuwerden esse ich was. Und nicht nur Salat logischerweise. Wie dumm bin ich eigentlich? Das meine ich mit kläglich. Aber wenn ich tatsächlich dieses Gefühl habe dann kommt nichts dagegen an. Daneben herrscht großer Leistungsdruck und zusammen macht das mich fertig.

Es ist einfach so dass ich DAS ALLES nicht mehr aushalte und dass Essen mich beruhigt und mir ein kleines Stück Glücklichkeit gibt was ich sonst wo nicht mehr finden kann. Und gleichzeitig ist es der Grund wieso ich in diesem Schlamassel bin.

Ich verstehe nicht mehr wie normale Menschen ticken. Andere Leute haben ein LEBEN. Ich kann nicht mal meinen täglichen Food-Intake regeln. Das traurige ist dass das jetzt schon so lange geht dass ich mich nicht mehr für andere Sachen interessiere. Ich gehe zur Uni, denke sehr viel an essen, esse viel, lerne und schlafe. Und mehr mache ich nicht seit einem Jahr. Und obwohl es mir an nichts fehlt habe ich jeden Tag einen Kampf mit mir selbst, würde am liebsten nicht mehr raus gehen,bin sowieso nie befriedigt mit dem was ich esse. Entweder ich will mehr oder ich hab viel zu viel gegessen.

Andere Leute kämpfen um Ihre Existenz und ich habe alles und krieg absolut nichts auf die Reihe. Niemand versteht es. Niemand weiß wie es ist wenn man tatsächlich hässlich UND fett ist, 21 ist und noch Jungfrau, und nichts mit seinem Leben tut weil sich das Motto "das-kann-ich-erst-machen-wenn-ich-dünn-bin" auf immer ins Hirn eingebrannt hat.

Man soll nicht nur aufs Aussehen achten. Was aber wenn man wirklich 0 Attraktivität in seinem Gesicht finden kann und sich einfach nur schämt wenn ein anderer Mensch einen ansieht? Wenn die Haare immer strubbelig, die Nase immer gerötet und die Augen immer verschlafen aussehen, egal wie lange man im Bad versucht alles zu richten?
"Geh doch mal Tennis-Stunden nehmen", sagt mein Vater. Ja das wäre wirklich schön aber es wird nicht passieren! danke ich.

Irgendwie kommt immer alles falsch raus wenn ich versuche meinen Schlamassel in Worte zu fassen. Immer hört sich alles nur so unglaublich pathetic an. Ich weiß nicht wieso. Manchmal denke ich (naiv wie ich bin) dass wäre ich Alkohol/Drogen Abhängig könnte ich tatsächlich mit Leuten darüber reden und Hilfe suchen. Aber Essen? Das ist das peinlichste Problem ever.

Ich war noch nicht mal richtig dünn als ich dünn war. 47 Kg war mein niedrigstes Gewicht, bei 1,68cm gar nicht echt wenig. Und mir ist es auch nicht mehr wichtig richtig dünn zu sein. Aber mein Leben scheint nachwievor nutzlos wenn ich fett bin. Das ist so. DAS IST SO. Momentan hab ich mich einfach an das nutzlose Dasein gewöhnt und es akzeptiert. Ich hoffe wirklich dass ich das wieder ändern werde.


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