Dienstag, 5. Juli 2016

Clouds and Silver Linings

Endlich hatte ich seit über einem Jahr wieder eine Klavierstunde bei meiner liebsten Lehrerin und es hat so viel Spaß gemacht. Ich wusste gar nicht wie sehr mir das gefehlt hatte. Zum ersten Mal habe ich mir das neue Programm selber ausgesucht, 2 Beethoven Sonaten und ein Klavierkonzert von Rachmaninov. Wenn man schließlich nur noch für sich spielen will dann hat einem auch niemand mehr reinzureden.

Dennoch, gefühlsmäßig war der Tag eine reine Tortour. Schwankungen die unermüdlich über einen hinweg rollen , Lawinen, man kann nichts dagegen tun außer sich zusammenzukauern und darauf hoffen dass es bald vorbei ist.
 Zwischendurch war ich so verwirrt dass ich kaum noch oben von unten unterscheiden konnte, ohne Plan was jetzt eigentlich schon wieder los ist. Solche Tage fangen immer damit an dass man zwar die ganze Nacht durchschläft aber dann aufwacht mit einem Brummschädel, schweren Gliedern und Übelkeit.

Für einen Euro fiel mir heute zufällig ein Sammelband von Musil in die Hände. Begeistert habe ich mir zum zweiten Mal 'Die Verwirrungen des Zöglings Törleß' durchgelesen, und unnötig lange mein Gehirn verknotet, immer das Gefühl nur an der Oberfläche zu kratzen und das Wesentliche zu übersehen. Bis ich auf das einleitende Zitat von Maeterlinck's 'Der Schatz der Armen' stieß, welches ich erst nicht beachtet hatte.

"Sobald wir etwas aussprechen entwerten wir es seltsam. Wir glauben in die Tiefe der Abgründe hinabgetaucht zu sein, und wenn wir wieder an die Oberfläche kommen, gleicht der Wassertropfen an unseren bleichen Fingerspitzen nicht mehr dem Meere, dem er entstammt. Wir wähnen eine Schatzgrube wunderbarer Schätze entdeckt zu haben, und wenn wir wieder ans Tageslicht kommen, haben wir nur falsche Steine und Glasscherben mitgebracht; und trotzdem Schimmert der Schatz im Finstern unverändert."

Kristallklare Worte für ein bekanntes aber verdrängtes Gefühl, ein Gedanke der mir immer entglitt kurz bevor ich ihn zu Ende denken konnte.
Es gibt noch so viel zu lernen. Und es ist awesome.





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