Dienstag, 6. Juni 2017

4.6.17 
Meine Klavierlehrerin hat geheiratet. Nachdem sie und Valter wieder mal fast ein Jahr getrennte Wege gingen, haben beide eingesehen dass sie ohne einander doch nicht können. Wir waren eingeladen. Es war eine riesige Feier in einer alten grossen, aber sehr abgelegenen orthodoxen Kirche. Mama, Paps , Oma ,alle waren da. Mama war Trauzeugin und sie hielt kurz eine Rede aber erwähnte kurz auch dass dies der schönste Tag ist seitdem Ranke gestorben ist und dann stockte ihre Stimme plötzlich und sie konnte nicht mehr weitersprechen. Und auch mir stiegen plötzlich Tränen in die Augen. 

Die Reslers haben mich mal wieder vollgelabert. Und auch nach dir gefragt, und ihr Bedauern ausgedrückt. -Aber du hast ihnen doch nichts erzählt oder ?! 
-Nein. Nein, was sollte ich Ihnen denn auch erzählen....

Den Rest der Feier war ich sehr betrübt, hatte einen Heulkrampf und sperrte mich länger in einer Der Toiletten ein. Aber es war so viel los dass es nicht auffiel ,darüber war ich eig ganz froh. Ich trug ein wirklich schönes schwarzes Abendkleid...jetzt frage ich mich wieso es denn wieder schwarz sein musste. Ich ging raus, mir war schwindelig, stellte mich zu ein paar Mädels dazu und beteiligte mich in Gesprächen über Jungs, Schuhe und Nagellack. Von weitem sah ich immer das lachende Gesicht von meiner Lehrerin. Sie war wunderschön in ihrem Kleid, und strahlte ganz besonders diesen Abend. Ich schämte mich dass ich mich nichtmal heute zusammenreißen konnte, für sie. Immerhin war sie schon beinah wie eine Patin für mich. Und Mama's beste Freundin. 

Szenenwechsel. Ein helles Esszimmer, alles ist sehr modern eingerichtet, warmes Sonnenlicht strömt durch die großen Terassentüren herein. Mutter sitzt am Tisch mit mir, mit leerem Blick. 
Ganz still und friedlich. Die Ruhe nach dem Sturm, nach letzter Nacht. 

So , du isst jetzt was ,sagt Vater. -Nein, nein ,ich will nicht. -Doch und zwar sofort. Er holt ein Tablett mit essen aus der Küche. Stellt es vor mir auf den Tisch. Ich will nicht hinsehen. Aber ich muss. Ich sehe in die weit aufgerissenen Augen von unserer Katze. Steifgefroren, liegt sie auf dem Tablett neben Stückchen von gebratenem Hühnchen und Scheiben von Brot. -Da ist Momo übrigens. Sie wird schon wieder auftauen, nicht wahr?

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